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Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst

Gemeinsame Leitthemen der in diesem Band enthaltenen drei Studien sind die Ursprünge des Selbstverlustes und Wege der Selbstfindung. Das Drama des begabten, das heißt sensiblen, wachen Kindes besteht darin, daß es schon früh Bedürfnisse seiner Eltern spürt und sich ihnen anpaßt, indem es lernt, seine intensivsten, aber unerwünschten Gefühle nicht zu fühlen. Obwohl diese "verpönten" Gefühle später nicht immer vermieden werden können, bleiben sie doch abgespalten, das heißt: Der vitalste Teil des wahren Selbst wird nicht in die Persönlichkeit integriert. Das führt zu emotionaler Verunsicherung und Verarmung (Selbstverlust), die sich in der Depression ausdrücken oder aber in der Grandiosität abgewehrt werden. Die angeführten Beispiele sensibilisieren für das nicht artikulierte, hinter Idealisierungen verborgene Leiden des Kindes wie auch für die Tragik der nicht verfügbaren Eltern, die einst selbst verfügbare Kinder gewesen sind.

Buchinfos:

Titel: Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst
Autor:
Miller, Alice

Alice Miller (* 12. Januar 1923 in Piotrków Trybunalski, Polen, als Alicija Englard; † 14. April 2010 in Saint-Rémy-de-Provence, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich) war eine polnisch-schweizerische Autorin und Psychologin. Sie hat in vielen allgemeinverständlichen Werken ihre Ansichten über die Kind-Eltern-Beziehung dargestellt und die Psychoanalyse kritisiert. Deren Triebtheorie bezeichnete Miller als irrealen Glauben, weil die Triebtheorie Traumata der Kindheit als kindliche Phantasien darstelle und die Realität von Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung leugne. Konsequent trat sie 1988 aus der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung aus. Ihrer Einordnung als Psychoanalytikerin widersprach sie seit Ende der 1980er Jahre vehement (→ Abkehr von der Psychoanalyse) und bezeichnete sich selbst zuletzt als Kindheitsforscherin.Am bekanntesten wurde ihr erstes Buch Das Drama des begabten Kindes, das 1979 und danach mehrmals mit Ergänzungen und Überarbeitungen erschien. In ihrem Werk setzte sie sich kritisch mit der Psychoanalyse und anderen psychotherapeutischen und pädagogischen Paradigmen auseinander.


Verlag:
Suhrkamp

Die Suhrkamp Verlag AG ist ein 1950 von Peter Suhrkamp gegründeter deutscher Verlag mit Sitz in Berlin. Seine Wurzeln gehen auf den Teil des S. Fischer Verlags zurück, der in den 1930er Jahren „arisiert“ wurde. Heute umfasst das Unternehmen eine Verlagsgruppe, zu der – neben Suhrkamp – der Insel Verlag, der Deutsche Klassiker Verlag, der Jüdische Verlag, der Verlag der Weltreligionen und der hauseigene Theaterverlag gehören. Im Jahr 2015 hatte das Haus 110 Mitarbeiter, 130 im Jahr 2018 und der Jahresumsatz im Geschäftsjahr 2018 lag bei 36,5 Millionen Euro. Das Programm enthält neben deutscher und internationaler Belletristik auch ein großes Segment wissenschaftlicher Titel. Nach Konflikten zwischen den Gesellschaftern der damaligen Suhrkamp Verlag GmbH & Co KG stellte der Verlag am 27. Mai 2013 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Am 21. Januar 2015 wurde das Verfahren durch Umwandlung des Verlages in eine Aktiengesellschaft abgeschlossen.


Format: Softcover
ISBN-13: 978-3-5183-7450-4
Genres:
  • Pädagogische Psychologie
  • Das Selbst, das Ich, Identität und Persönlichkeit
  • Psychische Störungen
  • Familienpsychologie
  • Ratgeber, Sachbuch: Psychologie
  • Entwicklungspsychologie
  • Reihe: suhrkamp taschenbuch (Band 950)
    Erscheingsjahr: 1983
    Seitenzahl: 192

    © Cover by Suhrkamp | Klappentext by Suhrkamp